Grundsätze

„Hilf mir, es selbst zu tun.
Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich
mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.“



Ein Schwerpunkt unserer Einrichtung liegt im Bereich der Sprache. Grundlage hierfür ist zum einen der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund deren sprachliche Entwicklung sich durch den doppelten Spracherwerb erschweren, zum anderen unser pädagogischer Schwerpunkt der Sprache als wichtiges Mittel sieht um sich ausdrücken und kommunizieren zu können.
Pädagogisches Handeln setzt an unserem Bild vom Kind an. Dieses Bild ist geprägt durch unsere eigene Lebensgeschichte, durch unser Aufwachsen und unsere fachliche Ausbildung. Wir sind uns darüber bewusst und reflektieren uns und unser Verhalten.

Kinder zeigen sich uns mutig und ängstlich, aktiv und verträumt, zurückgezogen und lebendig, sozial und egoistisch, ... und jedes Kind einmal so und einmal anders.
Jedes Kind ist einzigartig und erfährt, erlebt und verarbeitet seine Lebenssituation anders. Jedes Kind hat ein Recht darauf, so akzeptiert, respektiert und geachtet zu werden, wie es ist. Wir möchten die Kinder mit ihren persönlichen Gefühlen, Wünschen und Erfahrungen akzeptieren und sie mit ihren Stärken und Schwächen annehmen. Nur so können sie sich wohl fühlen und weiter entwickeln.

Kinder sind Kinder und keine unfertigen Erwachsenen. Sie sind noch spontaner, lebendiger, freier, neugieriger, handlungsorientierter als die meisten Erwachsenen. Sie haben ein Recht darauf, dass ihnen ihre Kindheit als Entwicklungszeitraum zugestanden wird.

Kinder lernen in Erfahrungszusammenhängen und mit allen Sinnen. Ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und lernen sie vor allem durch Erleben und Handeln.
Sie müssen ausprobieren und experimentieren und üben können. Die Kinder sollen neugierig sein, fragen und staunen können und sich diese Fähigkeiten als eigenen Antrieb für die Aneignung neuer Fähigkeiten und neuen Wissens bewahren können.
Wir verstehen das Kind als Akteur seiner Entwicklung und deshalb gestehen
wir jedem Kind auch sein eigenes Entwicklungstempo zu. Wir unterstützen es in seinen Stärken. Mit der Beobachtung der Kinder in ihrem Spiel erkennen wir jedoch auch, wann anregende und fördernde Begleitung notwendig ist.

Wir zeigen den Kindern unser Vertrauen. Wir geben ihnen viele Freiräume selbstbestimmt zu handeln und lassen sie auch unbeobachtet spielen. Wir trauen ihnen zu, Konflikte selber zu lösen und sich Hilfe zu holen, wenn sie diese benötigen. Wenn Kinder mit Situationen überfordert sind, greifen wir unterstützend ein.
Nur wenn wir Kindern Vertrauen entgegenbringen, können sie Selbstvertrauen entwickeln 

Katholische Seelsorgeeinheit Böfingen-Jungingen, Ulm © 2016