KiKi zum Thema Fastenzeit

Zum ersten KiKi Gottesdienst in St. Josef in diesem Jahr trafen sich 20 Kinder mit ihren Eltern. Die Kinder erfuhren wie lange die Fastenzeit dauert und dass an den Leidensweg Jesus Christi erinnert wird. Zusammen überlegten wir, auf was in der Fastenzeit verzichtet werden kann: Pommes, Kekse, Süßigkeiten, Fernseher, ... Im Anschluss hörten die Kinder die Geschichte der Speisung der fünftausend, bei welcher ein Junge sein Essen zu Jesus brachte, um es mit den anderen hungrigen Menschen zu teilen. Fasten kann auch bedeuten etwas zu teilen oder auf etwas zu verzichten. Ein großer Fastenwürfel, den die Kinder würfeln durften, zeigte ihnen Möglichkeiten, auf was sie, neben Nahrungsmitteln, in der Fastenzeit noch verzichten könnten bzw. was sie Gutes tun können. Jede Familie bekam eine Vorlage zum Basteln eines eigenen Fastenwürfels mit nach Hause.

Stellvertretend für das KiKi-Team: Carola Eitel

„Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben.“

steine sw

EVANGELIUM: Lk 21, 5-19

Als Bischof Bode dieses Zitat aus dem Lukasevangelium seiner Neujahrsansprache 2021 zu Grunde legte, dachte er vermutlich nicht an die reale, physische Zerstörung von allem, was uns Menschen lieb und teuer ist, an eine Zerstörung, die wir unmenschlich nennen und doch zur menschlichen Urerfahrung gehört. Es ist diese Urerfahrung von Zerstörung von Menschen - von Frauen, Männern und Kindern, von Häusern und ganzen Städten, die uns in Bildern täglich gezeigt wird. Und wir verstehen schmerzlich gerade heute wieder mit dem Blick auf die Ukraine, wenn Du, Jesus, am Kreuz verzweifelt gerufen hast, mein Gott, warum hast Du mich verlassen. Zerstört werden aber auch vertraute Gewohnheiten, Vorstellungen, Wünsche und Träume überall, auch in unserer Kirche und bei jedem einzelnen von uns. Bischof Bode wusste um die Zerstörung vertrauter Gewohnheiten, liebgewordener Vorstellungen, von Wünschen und Träumen. Und wir alle wissen, dass dieses Empfinden von Zerstörung und Zusammenbruch viele Gläubige bewegt. Für viele wirkt es wie ein Anschlag auf Glaubensinhalte, auf unumstößlich geltende Lehrmeinungen und Dogmen, auf die theologische und organisatorische Ordnung der Kirche, wenn selbst ein katholischer Kardinal, wie jüngst auf der letzten Bischofsversammlung geschehen, die Frage an die Kirche und seine Bischofskollegen stellt: „was ist Wahrheit – nur ein dogmatischer Text oder ein Bekenntnis, das ich unterschreibe? Oder ist sie eine Lebenspraxis – oder ist sie beides?“ und weiter: „Was nutzt mir ein dogmatisches Bekenntnis, wenn das Reich Gottes nicht wirklich in mir selbst ankommt, wenn der Glaube unterdrückt wird?“ Soweit Kardinal Marx. Oder, wie ist damit umzugehen, wenn uns solche dogmatischen Bekenntnisse sogar an diesem Glauben hindern oder uns davon sogar fernhalten? Oder wenn uns Personen, ausgestattet mit der Vollmacht einer paternalistischen Kirche, gegenübertreten, die sich zwar für unser Heil zuständig fühlen, denen wir aber nicht vertrauen können. Wir werden diese Fragen nur gemeinsam beantworten können und wissen dabei auch, dass alle Antworten immer nur vorläufige Antworten sein werden, weil wir keine Wissenden sondern bestenfalls Suchende sind. Und wir wissen, dass unsere Antworten trotz ihrer Vorläufigkeit hier und heute zu tragfähigen Entscheidungen führen müssen, Entscheidungen, die wir nur in Freiheit, frei von persönlicher Angst und frei von Abhängigkeiten jeglicher Art, einzeln und gemeinsam treffen können - und im vollen Bewusstsein einer ungewissen Zukunft. Wir können solchen Entscheidungen, soweit solche uns irgend möglich sind, nicht ausweichen, auch nicht im Glauben auf die Hoffnung einer jenseitigen Wirklichkeit, denn das wäre blanker Zynismus gegenüber denen, die an und in dieser Welt leiden und verzweifeln. Wenn wir also von Reformen in dieser Römisch-Katholischen Kirche sprechen, dann sprechen wir nicht von Zerstörung, sondern vom Bau an einem Gebäude, das den Menschen heute ein Zuhause geben kann. Dabei wird manch alter Stein verwendet werden, aber das renovierte Gebäude muss heute passen. Es wird aber sicherlich anders aussehen als das vorhandene. Der Blick auf diese Neu- oder besser Umbaupläne, sollte kein trauriger oder gar verzweifelter, sondern ein zuversichtlicher und erwartungsvoller sein. Sie alle sind eingeladen, daran mitzuwirken. Fürchtet Euch nicht!

Thomas Brüstle, Ulm-Jungingen Im Gottesdienst vom 19.03.2022 anstelle der Lesung vorgetragen.

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