Am 23. März 2025

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Denkt weiter und vertraut auf das Evangelium. So lautet unser Jahresthema. Was ist das aber, Evangelium? Markus, ein Christ im 1. Jahrhundert, schreibt als erster ein Buch über Jesus, über sein Leben, seine Worte und Taten, seinen Tod und seine Auferstehung. Dieses Jesusbuch nennt er Evangelium, frohe Botschaft, gute Nachricht. Geschrieben wurde dieses Buch in griechischer Sprache. Entstanden ist es nach dem Jahr 70.

Drei weitere Evangelien folgen: Matthäus, Lukas, Johannes. Evangelium als literarische Form. Evangelium als literarische Gattung. Kehrt um und glaubt an das Evangelium. Das sagt Jesus selbst, als er zum ersten Mal öffentlich auftritt. Wir übersetzen freier: Denkt weiter und vertraut auf das Evangelium. Was meint Jesus, wenn er vom Evangelium spricht? Wie lautet sein Evangelium? Was ist seine frohe Botschaft? Sie lautet: Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe. Reich Gottes. Himmelreich. Gott will, dass alle Menschen gut leben können, in Gerechtigkeit, in Frieden. Gott fängt jetzt an, diese neue Welt zu bauen. Alles beginnt in Jesus, in seinen Worten, in seinen Taten, hier und jetzt. Evangelium. Dieses Wort verwendet auch der Apostel Paulus. Was meint er damit? Die frohe Botschaft, die er glaubt und verkündet, lautet: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, erschien dem Kephas, dann den Zwölf. … Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt. Jesus ist der Christus, der von Gott gesandte Messias. Für uns ist er gestorben. Nach drei Tagen hat Gott ihn vom Tod auferweckt. Er ist dem Petrus und den Zwölf erschienen. Zuletzt auch mir, dem Paulus, der Missgeburt. Das meint Paulus, wenn er vom Evangelium spricht. Evangelium, frohe Botschaft, gute Nachricht, die bekommen wir auch heute im Sonntagsevangelium. Es ist ein Gleichnis. Ein Feigenbaum bringt seit drei Jahren keine Früchte. Der Besitzer ärgert sich. Er sagt zu seinem Gärtner: Hau ihn um! Der Gärtner bittet: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen. Ich werde den Boden lockern und düngen. Vielleicht bringt der Baum doch noch Früchte. Gib ihm eine Chance! Ob der Besitzer einlenkt? Ob er dem Baum noch eine Chance gibt? Gott gibt uns Menschen eine Chance, wenn wir keine Früchte bringen, wenn wir nicht tun, was er von uns erwartet. Das kommt vor. Doch er hat Geduld mit uns, immer noch. Das ist eine gute Nachricht, frohe Botschaft, Evangelium. Evangelium. Das Wort kommt vom griechischen Eu-angelion, gute Nachricht. Wenn der Kaiser im alten Rom eine Botschaft verkündete, dann nannte man das Evangelium, ebenso, wenn er Geburtstag feierte oder den Jahrestag seiner Thronbesteigung. Gute Nachrichten, gibt es die auch in unserer Zeit, in unserer Welt? In Berlin sieht es so aus, dass wir an Ostern eine neue und stabile Regierung bekommen, eine Regierung, die die Probleme anpackt. Es muss mehr getan werden für die Infrastruktur in unserem Land, Verkehrswege, Schulen, Krankenhäuser. Es muss mehr getan werden auch für die äußere Sicherheit. Gute Nachrichten, gibt es die in unserer Kirche? Am kommenden Sonntag können wir in unseren beiden Kirchengemeinden Böfingen und Jungingen Kirchengemeinderäte wählen. Andere Gemeinden haben Probleme, nicht genügend Kandidaten. Gute Nachrichten, gibt es die auch bei Ihnen, in Ihrem persönlichen Umfeld, in Ihrer Familie, an ihrem Arbeitsplatz? Ich wünsche es Ihnen. Denkt weiter und vertraut auf das Evangelium.

 

Pfarrer Dr. Bernhard Lackner

 

Bildnachweis:
Austreibender Feigenbaum, WIKIMEDIA, CC BY-SA 2.0