Ökumenischer Weltgebetstag 2019

gebet sw

Frauen aus Slowenien hatten mit Gebeten, Liedern, Gedanken, Bildern und Rezepten aus der slowenischen Küche unter dem Leitwort „Kommt, alles ist bereit“ den weltweiten Gebetstag vorbereitet. In ökumenischer Verbundenheit haben Frauen aus unseren Gemeinden die Ideen aufgenommen und ins Gemeindehaus Zum Guten Hirten eingeladen. Viele sind der Einladung gefolgt. Beim Gottesdienst hörten wir von Frauenschicksalen – stellvertretend für viele – aus Slowenien, das seit dem 11. Jhd. christlich geprägt ist, aber im 20. Jhd. bis in die 90-er Jahre unter kommunistischer Diktatur stand. Wir hörten von Problemen der Gegenwart, aber auch von Chancen. Böfinger Frauen legten Typisches für Slowenien auf einen Tisch unter das Kreuz: eine wertvolle Bibel, Blumen, Brot, Honig und Kräuter. Die Kollekte galt Frauenprojekten in Bolivien. Herzlichen Dank für die musikalische Begleitung an Frau Mack und Frau Schairer! Und herzlichen Dank an die Böfinger Frauen, die ein so köstliches Buffet bereitet haben! Bis in den späten Abend saßen wir beisammen bei gutem Essen, guten Gesprächen und erlebten Gemeinschaft.

Renate Walter

Markus Lubert auf dem Weg zum Diakonat

LubertHerr Markus Lubert, Kirchengemeinderat und Wortgottesfeierleiter/Kommunionhelfer in Böfingen, bereitet sich auf das Amt des Diakons vor. Den theologischen Fernkurs Würzburg hat er bereits erfolgreich absolviert. Jetzt hat die dreieinhalb Jahre dauernde pastoralpraktische Ausbildung in der Gemeinde St. Georg in Ulm begonnen. Warum in St. Georg und nicht bei uns in der Heimatgemeinde Zum Guten Hirten in Böfingen? Weil es die Ordnung der Diözese so vorschreibt. Leider. Was macht ein Diakon? Das durch das Weihesakrament übertragene kirchliche Amt kennt drei Stufen: Diakon, Priester, Bischof. Die Kirche verkündet das Evangelium. Sie feiert Gottesdienst. Sie hilft Menschen in Not. Dass diese dritte Aufgabe, die Sorge für die Armen und Kranken, die Diakonie, die Caritas, nicht verloren geht, darum kümmert sich der Diakon von Amts wegen. Der Diakon liest das Evangelium in der Messfeier, er predigt, er tauft, er hält Trauungen und Beerdigungen. Die meisten Diakone üben ihr Amt im Zivilberuf aus, in ihrer Freizeit, während sie hauptberuflich weiterhin ihrer bisherigen Erwerbsarbeit nachgehen. Wir freuen uns sehr, dass Herr Lubert auf dem Weg zum Diakonat ist. Wir bedauern es, dass er während seiner Ausbildung alle seine Ehrenämter in unserer Gemeinde ruhen lassen muss mit Ausnahme der Kinderkirche. Wir hoffen, dass er in gut drei Jahren als Diakon in unsere Gemeinde zurückkehren wird. Wir danken ihm für alles, was er in der Gemeinde und darüber hinaus Gutes getan hat. Ihm und seiner Familie wünschen wir von Herzen Gottes Segen.

Pfarrer Dr. Bernhard Lackner

Kirche am Ort

leitartikel sw

Wie können wir in Böfingen und Jungingen Kirche am Ort sein und Kirche an vielen Orten gestalten? So fragen wir seit Mai 2016.Im Prozessteam arbeiteten die Kirchengemeinderäte Wolfgang Feilen, Anita Meyer, Karin-Maria Breidbach, Andrea Kling, Dr. Wilhelm Knecht, Petra Schmuker-Elze, Gemeindereferentin Elisabeth Urhahn bis April 2017, die externe Referentin Martina Thalheimer und Pfarrer Dr. Bernhard Lackner. Kirche am Ort und die vier geistlichen Haltungen Wertschätzen, Vertrauen, Lassen und Erwarten waren präsent in Gottesdiensten und Predigten, im Adventsfenster der Kirche in Jungingen, in Klausurtagungen und Sitzungen der Kirchengemeinderäte, in Gemeindeversammlungen, durch einen eigenen Raum auf unserer Homepage, im Gemeindebrief und beim Besinnungstag des Helferkreises Böfingen. Uns begleiteten drei Jahresthemen: Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten (2017), Wandlung der Gesellschaft – Wandlung der Kirche (2018), Nehmt Neuland unter den Pflug! Hosea 10, 12 (2019). Unsere Ziele: Wir wollen Gemeinschaft mit Gott und miteinander erfahren und ermöglichen in Gottesdiensten und anderswo, Kinder, Jugendliche und Familien fördern und ihnen in der Kirche Heimat geben, Ehrenamtliche gewinnen, befähigen und begleiten, die Kerngemeinde stärken. Projekte wurden begonnen bzw. weitergeführt: Wir halten eine Osterfeier für Familien. Wir haben die Vorbereitung auf die Erstkommunion und auf die Firmung neu konzipiert. Es gibt einen Ausflug der evangelischen und katholischen Kirchengemeinderäte von Jungingen. Die von Kindern und Familien stark frequentierte ökumenische Gemeindebücherei in Jungingen wird auf EDV umgestellt. Beim Herbstmarkt der Junginger Vereine sind evangelische und katholische Kirche mit einem gemeinsamen Stand präsent. Beim Christkindlesmarkt der katholischen Kirchengemeinde Böfingen beteiligt sich die evangelische Auferstehungsgemeinde Böfingen mit einem eigenen Stand. In Jungingen gründeten wir den Kinderchor JungSpatzen, in Böfingen den Popchor Ulm, in der Seelsorgeeinheit den Singkreis Böfingen Jungingen. Anlässlich der Kirchweihe vor 50 Jahren wurde in Jungingen das Gemälde „Heiliger Josef“ in der Pfarrkirche enthüllt und gesegnet, in Böfingen die Skulptur „Guter Hirte“. Mit der Seelsorgerin für Menschen mit Behinderung, Monika Romer, gestalteten wir Gemeindegottesdienste an Sonntagen in Leichter Sprache in Böfingen und Jungingen. Im Rahmen der ökumenischen Woche luden wir in Böfingen ein zu einem Abend zum Thema Inklusion und zu einem Besuch in der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule. Betriebsseelsorger Michael Brugger absolvierte ein Praktikum in der Seniorenresidenz Haus Michael. In Böfingen wurde eine Gemeindebroschüre erstellt, in der Personen, Gruppen und Initiativen vorgestellt werden. In Jungingen wurde der Gemeindeflyer aktualisiert. Der Prozess Kirche am Ort wird abgeschlossen in einer Sitzung beider Kirchengemeinderäte am 11. April in Jungingen und einem Gottesdienst am Sonntag, 12. Mai, in Böfingen mit Dekan Ulrich Kloos. Wir danken allen, die diesen Weg aktiv mitgegangen sind. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch in Zukunft in Böfingen und in Jungingen Kirche am Ort sein können.

Pfarrer Dr. Bernhard Lackner

Ökumenische Woche 2019

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Die ökumenische Woche stand unter dem Motto „Unbehindert Kirche erleben“. Begonnen wurde mit einem Gottesdienst am Sonntag, den 27.01.09 in der Kirche Zum Guten Hirten, zelebriert von Pfr. Dr. Lackner, während Pfr.in Ginsbach zu dem Thema die Predigt hielt. Im Anschluss gab es im Gemeindehaus einen Umtrunk mit Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Am folgenden Dienstag traf man sich im Gemeindehaus ZGH mit Vortrag und Diskussion unter dem Thema „Inklusion zum Nachdenken: Was ist Inklusion und wie lässt sie sich bei uns umsetzen“. Dazu und wie die Seelsorge in den Behindertenschulen erfolgt, berichteten Frau Romer und Pfr.in Ginsbach von der ökumenischen Seelsorgestelle für Menschen mit Behinderung. Am Donnerstag traf man sich in der Bodelschwingh-Schule zum Thema „Inklusion zum Anfassen“. Die Leiterin der Schule, Frau Mühlbaier-Gessler, schilderte ausführlich die Struktur der Schule und den Ablauf des Unterrichts. Etwa 140 Lehrkräfte (80 Voll-Deputate) sind für ca. 170 Schüler/innen zuständig. Es werden Schüler bis zum Alter von 22 Jahren mit unterschiedlichen Schweregraden von geistiger und körperlicher Behinderung in passenden Gruppen betreut.

Das Ziel ist, möglichst viele Schüler zu einem Haupt- oder Realschulabschluss zu bringen. Die Leistungen werden im Zeugnis stets ausführlich dokumentiert ähnlich wie in der Regelschule. Durch die individuelle Betreuung in kleinen Gruppen kann auf die Fähigkeiten jedes einzelnen eingegangen werden. Es gibt kaum disziplinarische Probleme. Die Inklusion wird kritisch gesehen und ihre Grenzen dargestellt. Ein behindertes (lernschwaches) Kind in einer Regelschule kann leicht überfordert und dadurch in seiner Entwicklung gebremst werden. In der Sonderschule kann daher besser auf seine Defizite eingegangen werden. Auf der anderen Seite kann in einer Regelschule ein behindertes Kind Hilfe von einem Mitschüler erfahren. Wenn letzterer eine Aufgabe erklärt, dann bedeutet das, dass er diese selbst verstanden haben muss. So profitieren beide davon. Beim Rundgang durch die Schule (Gebäudelänge ca. 160 m) erfuhren wir die vielen praktischen Möglichkeiten, Wissen zu vermitteln in den (behindertengerechten) Klassenzimmern, im Werkraum, in der Küche (mit absenkbaren Schränken!), im Essraum, in der Wäscheausgabe, im Raum für digitale Kommunikation usw. Die Schule wird in jeder Hinsicht von der Stadt wohlwollend unterstützt. Das Einzugsgebiet der Schüler erstreckt sich über den Alb-Donau-Kreis bis Ehingen, Laupheim, jenseits der Donau bis Günzburg. Die Anwesenden waren sehr beeindruckt, einen so tiefen Einblick in eine Einrichtung in Böfingen bekommen zu haben, die für das Gemeinwohl eine essenzielle Bedeutung hat.          

Otmar Slatosch, Margret und Wilhelm Forst

Katholische Seelsorgeeinheit Böfingen-Jungingen, Ulm © 2016