Am 23. August 2026
Wer ist eigentlich Jesus Christus? Ist er ein Mensch, ein guter Mensch, von Gott berufen und gesegnet, oder ist da mehr? So fragen Menschen seit fast 2000 Jahren. Da ist mehr, sagt das erste große Konzil der Kirche. Im Jahr 325 hat es stattgefunden, in Nizäa, das liegt in der heutigen Türkei, in der Nähe von Istanbul, damals Konstantinopel, römische Hauptstadt, Stadt des Kaisers Konstantin, Konstantinopolis.
Der Kaiser beruft das Konzil ein. Religion ist Chefsache im römischen Reich. Etwa 300 Bischöfe kommen, aber nur sieben aus dem Westen des Reiches. Das Konzil sagt: Jesus Christus ist mehr als nur ein Mensch, mehr als nur ein guter Mensch, von Gott berufen und gesegnet. Er ist Gottes Sohn. Er ist, was seine Gottheit betrifft, was sein göttliches Wesen betrifft, auf gleicher Stufe wie Gott, der Vater. Er ist eines Wesens mit dem Vater, homoousion to patri, consubstantialem Patri. So steht es seither im Großen Glaubensbekenntnis der Kirche. An besonderen Sonntagen und Festtagen beten oder singen wir es. Berühmte Komponisten haben es vertont, in ihren Orchestermessen, Haydn, Mozart. Jesus Christus, Gottes Sohn, ist eines Wesens mit dem Vater. Warum ist das dem Konzil so wichtig? Jesus Christus erlöst die Menschen und die ganze Welt. Er schenkt uns und der ganzen Schöpfung das göttliche Leben neu. Das kann er aber nur, wenn er selbst dieses göttliche Leben hat, wenn er selbst Gott ist, eines Wesens mit dem Vater. Das Konzil formuliert die beiden ersten Artikel des Großen Glaubensbekenntnisses: Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn. Der dritte Artikel des Credos wird 56 Jahre später ausformuliert, auf dem Ersten Konzil von Konstantinopel: Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht. Doch zurück zum Konzil von Nizäa. Vor 1701 Jahren wurde es abgehalten. Was sagt es noch? Auf welche Fragen gibt es Antwort? Was tun wir mit Menschen, die schwere Sünden begangen haben und deshalb aus der Kirche ausgestoßen wurden? Sie können auf dem Sterbebett mit Gott und mit der Kirche versöhnt werden. Sie können wieder in die Kirche aufgenommen werden. Das war vor dem Konzil nicht möglich. Ja, streng ging es zu in der frühen Kirche. Wie kommt ein Bischof ins Amt? Mehrere Diözesen bilden eine Kirchenprovinz. Wenn in einer dieser Diözesen das Amt des Bischofs neu zu vergeben ist, dann treffen sich die Bischöfe dieser Provinz und wählen den neuen Bischof. Übertragen auf uns heute würde das bedeuten: Wenn der Bischofsstuhl in Rottenburg neu zu besetzen ist, dann treffen sich die Bischöfe von Freiburg und Mainz und wählen den neuen Bischof. Wer hat die Oberhoheit über die Provinzen der Kirche? Der Bischof von Rom, der Papst, hat die Oberhoheit über einige Provinzen im Westen des römischen Reiches. Der Patriarch von Alexandrien in Ägypten hat die Oberhoheit über Ägypten und Libyen. Der Patriarch von Antiochien in Syrien hat die Oberhoheit über den Nahen und Mittleren Osten. Wer leitet die Feier der Eucharistie? Nicht jeder oder jede Getaufte, auch nicht der Diakon, sondern ausschließlich - der Priester. Neulich habe ich mir den neuen Terminkalender gekauft, für das Jahr 2027. Wonach schaue ich zuerst? Wann ist Ostern, nächstes Jahr? Weihnachten ist immer am 25. Dezember. Ostern dagegen kann früh sein, im März, oder spät, Mitte oder Ende April. Wann wird eigentlich Ostern gefeiert? Immer am Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond. Auch das sagt uns das erste große Konzil der Kirche, das Konzil in Nizäa, im Jahr 325.
Pfarrer Dr. Bernhard Lackner
Bildnachweise:
- Gott Vater und Sohn feiern Eucharistie in der Kirche von Nizäa. Im Chorraum Alexander von Alexandria, Eustathios von Antiochia, Makarius von Jerusalem, Osius von Córdoba, Papst Silvester I. und Bischof Metrophanes von Byzanz - KI-generiert

