Wie geht es weiter nach Corona?

Am 11. Juli 2021

EVANGELIUM: Mk 6, 7–13

predigt4 sw

Darüber wollen wir sprechen im Kirchengemeinderat in Böfingen. Was wollen wir tun in der Gemeinde, wenn die Pandemie nachlässt? Wir schauen in das heutige Evangelium. Jesus sendet die Zwölf aus, jeweils zwei zusammen. Sie sollen zu den Menschen gehen, das Evangelium verkünden, Dämonen austreiben und Kranke heilen. Sie sollen nur einen Wanderstab mitnehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld - leichtes Gepäck.   Jesus sendet auch uns aus, mit leichtem Gepäck.

 Wir sollen das Evangelium verkünden, Dämonen austreiben, Kranke heilen. Wie geht das? Eltern und Großeltern beten mit ihren Kindern vor dem Essen, am Abend vor dem Schlafengehen. Eltern und Großeltern erzählen ihren Kindern und ihren Enkelkindern von Jesus. Eltern und Großeltern lesen ihren Kindern und ihren Enkeln aus der Kinderbibel vor. Kinder können gar nicht genug davon bekommen.   Wir kennen Harry Potter, den Zauberlehrling, seine Freunde und auch seine Feinde. Ich selbst habe alle Harry-Potter-Bücher gelesen mit Begeisterung. Das letzte habe ich mir in der englischen Originalausgabe gekauft. Die deutsche Übersetzung gab es noch nicht. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Papst Benedikt wurde einmal gefragt: Was halten Sie von Harry Potter? Sind die Harry-Potter-Romane mit dem christlichen Glauben vereinbar? Papst Benedikt antwortete: Im Herzen der Kinder nimmt Harry Potter den Platz ein, der eigentlich Jesus gehört. Es ist schon von Bedeutung, welche Geschichten wir in die Herzen der Kinder einpflanzen.   Eltern und Großeltern lesen ihren Kindern und ihren Enkeln aus der Kinderbibel vor. Kinder können gar nicht genug davon bekommen. Noah. Er baut eine Arche. Seine Familie und die Tiere werden gerettet. Der kleine David. Mit seiner Steinschleuder schießt er den bösen Riesen Goliath ab. Jesus. Menschen haben Hunger. Er gibt ihnen zu essen. Menschen sind krank. Jesus heilt sie. Kinder wissen, wie das ist: Hunger haben, krank sein. Da ist es gut, dass jemand da ist, der hilft. Da ist es gut, dass jemand da ist, auf den man sich verlassen kann, immer und überall. Der Glaube wird eingepflanzt in die Herzen der Kinder. Urvertrauen. Das hilft. Das heilt. Das treibt die Dämonen aus, wenn man unsicher ist, wenn man Angst hat. Jesus Christus hat seinen Platz im Herzen der Kinder eingenommen. Er macht uns stark.   Eltern und Großeltern gehen mit ihren Kindern in die Kirche, zum Gottesdienst und auch wenn kein Gottesdienst ist. Hier gibt es so viel zu entdecken. Kinder haben ein Gespür für das Geheimnis, das hier in der Kirche wohnt. Wir alle haben dieses Gespür. Unser Glaube ist wie ein Feuer. Es brennt in den Herzen der Menschen, bisweilen auf Sparflamme. Es kann neu entfacht werden von uns, wenn wir es wollen, wenn wir es tun, mit Gottes Hilfe.   Sie wollen es tun? Ihren Kindern aus der Bibel vorlesen? Sie haben aber keine Kinderbibel? Kein Problem. Am Schriftenstand liegen kleine Kinderbibeln aus. Die können Sie mitnehmen. Gratis. Die Schrift ist Ihnen zu klein? Kein Problem. Hinten in dem Büchlein steht, wie Sie ein größeres Exemplar bestellen können für 2,50 €. Eine gute Investition in die Zukunft nach Corona. Ich schließe mit Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Pfarrer Dr. Bernhard Lackner

Katholische Seelsorgeeinheit Böfingen-Jungingen, Ulm © 2016