ACHTUNG!!! Leider können wir aufgrund von Vandalismus die Kirche momentan nur zu Gottesdienstzeiten öffnen.
Außerdem
gilt für alle Gottesdienstbesucher ab 18 Jahren ab sofort eine FFP2-Maskenpflicht.
Für Kinder von 6 - 17 Jahren genügt eine OP-Maske.

Predigt am Ersten Adventssonntag

Am 28. November 2021

LEITWORT KATHOLIKENTAG 2022: LEBEN TEILEN

predigt 1advent sw

Leben teilen? Leben teilen! Das ist unser Jahresthema für das neue Jahr 2022. Für uns in der Kirche beginnt das Jahr aber nicht erst am 1. Januar. Das Kirchenjahr beginnt schon am 1. Adventssonntag, also heute. Damit gilt schon von heute an unser neues Jahresthema: Leben teilen.   Leben teilen, wie geht das?

Die Kirche, alle Christen, also wir, haben im Grunde drei Aufgaben: Wir feiern Gottesdienst, Liturgie. Wir bringen das Evangelium unter die Leute, Verkündigung. Wir helfen Menschen, die Hilfe brauchen, Diakonie/Caritas. In diesen drei Aufgaben teilen wir das Leben miteinander.   Zuerst einmal aber teilt Gott sein Leben mit uns. Deshalb feiern wir Gottesdienst, Liturgie. Gottesdienst feiern. Bedeutet das, dass wir Gott einen Dienst tun müssen, weil er das braucht? Nein, es ist genau umgekehrt. Er will seinen Dienst an uns tun, weil wir das brauchen. Er will uns Gutes tun. Deshalb versammeln wir uns hier in der Kirche. Gottes Dienst an uns. Er tut uns Gutes. Er lässt uns Gemeinschaft erfahren. Gemeinschaft miteinander und Gemeinschaft mit ihm. Er gibt uns hier einen Raum. Alles, was uns bewegt, dürfen wir hierher mitbringen. Was uns freut. Wofür wir dankbar sind. Aber auch, was uns Angst macht. Was uns ärgert. Wir dürfen das alles hierher mitbringen und es ihm zeigen. Schau es dir an! Danke für das Gute. Schau es dir an! Was mich belastet. Kümmere du dich bitte drum. Mir wird das langsam zu viel. Gott tut seinen Dienst an uns hier in der Kirche. Denn hier in diesem Raum ist alles gut, in Ordnung, perfekt. Wenigstens für eine kurze Zeit. Aufatmen. Aufschnaufen. Zur Ruhe kommen. Neue Kraft schöpfen. Trost. Hoffnung. So gestärkt gehen wir wieder hinaus. Anders als wir hereingekommen sind. Verwandelt.   Gottes Dienst. Gott tut seinen Dienst an uns hier in der Kirche. Damit er das tun kann, bittet er uns, dass wir ein wenig mithelfen. Gottes Dienst geht nur, wenn jemand die Kirche aufschließt, das Licht und die Heizung anmacht, die Kerzen anzündet. Gottes Dienst geht nur, wenn jemand an der Tür steht, die Besucher begrüßt, ihren Zettel mit Namen und Telefonnummer anschaut und in einen Umschlag steckt. Wir freuen uns, wenn unsere Ministranten hier bei uns in der Kirche sind. Wir freuen uns, wenn der Kinderchor singt. Gottes Dienst geht nur, wenn einige Gläubige immer da sind. Zuverlässig. Hier in der Kirche. An jedem Sonntag. An jedem Feiertag. Es gibt sie noch, die Sonntagspflicht. Wir Katholiken sind verpflichtet, an Sonn- und Feiertagen die heilige Messe zu besuchen oder ersatzweise eine Wort-Gottes-Feier. Die Gottesdienstpflicht ist sinnvoll und notwendig, damit Gott seinen Dienst an uns tun kann. Wegen der Pandemie ist die Sonntagspflicht freilich zurzeit ausgesetzt. Ich verstehe es, wenn Menschen in diesen Tagen nicht zur Kirche kommen, um ihre Gesundheit und die ihrer Mitmenschen zu schützen. Ich bitte Sie: Lassen Sie sich impfen! Nur so können wir gemeinsam überleben.   Gottesdienst. Gott teilt sein Leben mit uns, damit wir das auch können: Leben teilen.

Pfarrer Dr. Bernhard Lackner

Katholische Seelsorgeeinheit Böfingen-Jungingen, Ulm © 2016