Am 15. März hat die Kongregation für die Glaubenslehre im Vatikan veröffentlicht, dass sie eine Segnung gleichgeschlechtlicher Paare für unmöglich hält, da Gott niemals Sünden segnen könne. Als Antwort auf diese, nicht nur für viele kirchlich aktive Menschen sehr erschütternde, Aussage hat der BDKJ Rottenburg-Stuttgart dazu aufgerufen, am folgenden Wochenende Regenbogenflaggen an Kirch(türm)en aufzuhängen, um ein Zeichen gegen Hass und Homophobie und für (Nächsten-)liebe und Solidarität zu setzen. Diesem Aufruf sind wir als Kirchengemeinde St. Josef gefolgt und haben am Kirchturm sowie über dem Eingang jeweils eine Regenbogenflagge aufgehangen. Der Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer betonte, dass Segnungen zum pastoralen Alltag gehörten und diese Praxis in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auch weiter nicht infrage gestellt werde. Ferner sagte er: „Wir sanktionieren keine Segnungen.“ Der BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) Rottenburg-Stuttgart hat im Herbst sein Positionspapier „Liebt einan-der!“ verabschiedet, in dem er auf 15 Seiten fundiert begründet Stellung zur kirchlichen Sexualmoral be-zieht. Hier der link zu diesem: Bit.ly/liebt-einander
Tobias Urhahn
wir haben Abschied genommen von unserem langjährigen Gemeindemitglied Josef Trabert. Er gehörte zu den vielen Heimatver-triebenen aus Ungarn, die nach dem zweiten Weltkrieg in Jungingen eine neue Heimat fanden, die sich hier unter dem Dach ihrer vertrauten Mutter Kirche zusammenfanden und unserer Kirchengemeinde die Prägung gaben, die sie noch heute in eini-gen Teilen bestimmt. Die sichtbaren Merkmale dieser Prägung sind einmal der Name unserer Kirchengemeinde selbst. Unsere Kirche und der Turm sind mit viel Eigenleistungen und unter großen Opfern vor fast 60 Jahren gebaut worden, zwanzig Jahre später kam das Gemeindehaus hinzu. Josef Trabert hat maßgeblich in enger Zusammenarbeit mit Archtitekt Sepp Keller am Bau unserer Kirche mitgewirkt. Zusammen mit dem Künstler Sepp Baumhauer kamen so drei „Josefs“ zusammen. Dazu gesellte sich bei wichtigen kirchlichen Ereignissen als Vierter im Bunde Dekan Josef Kaupp. Alle vier verstanden sich zu allen Zeiten ausge-zeichnet und haben so Großes und Schönes in Jungingen geschaffen. Ein von Josef Trabert gedrehter Film zum Kirchenbau lässt uns das große Engagement so vieler nur erahnen. Josef Trabert war langjähriger Kirchenpfleger, Vorsitzender des Bauausschusses beim Bau des Gemeindehauses, Mitglied im Orgelausschuss und begeistertes Singkreismitglied. Er hat akribisch die Kassenbücher geführt, mit Ausdauer und dem ihm eigenen Humor für alle möglichen Vorhaben der Kirchengemeinde Geld gesammelt, mit seiner Kunstfertigkeit als Goldschmied der Gemeinde zur Einweihung der Kirche einen Kelch gestiftet, für besondere Anlässe Ansteck- und Krawattennadeln geschaffen und Schmuckstücke für eine Tombola zur Verfügung gestellt. Das sind die äußeren Zeichen seines Wirkens. Das Wesentliche aber ist mit den Augen nicht zu sehen: der Geist der Gemeinschaft, des Zusammenhalts, der Hilfsbereitschaft und der gemeinsamen Gottesbeziehung. Das gemeinsame Leben und Feiern, Arbeiten und Beten waren eins. Diese Treue und Verbundenheit mit „seiner Josefs-Gemeinde“ lebte er auch noch nach seiner aktiven Zeit bis zuletzt. Unvergessen bleiben die netten Gespräche beim Kirchenkaffee im Anschluss nach dem Gottesdienst. Für ihn wurde öfters extra ein Fläschchen Sekt aufgemacht. Die letzte Zeit war Josef Trabert schwer erkrankt. Wir wissen, dass er jetzt den Frieden hat, den er und seine Angehörigen über längere Zeit sehr schmerzlich entbehrt haben - für jeden gottesbezogenen Menschen ist dies im Letzten eine Erfüllung. Gleichwohl: In seiner bloßen menschlichen Gegenwart war er das Echo auf die Gefühle seiner Angehörigen und seiner Mitmenschen. Diese Gefühle verhallen nun in der Unendlichkeit. Zusammen mit den Angehörigen schmerzt das uns alle. Wir werden noch oft an ihn denken.
Für die Kirchengemeinde St. Josef Anita Meyer
Auf einem ganz und gar ungewöhnlichen Weg haben wir in diesem Jahr den Segen unserer Sternsinger bekommen, sozusagen ein „Segen in der Tüte“; erfinderisch muss man halt sein und das ist unser Sternsinger-Team! Ein großes Danke an Anja Houdek, Claudia Faig und Christiane Röder! Lange hattet Ihr gehofft, dass trotz Corona vielleicht Sternsinger-light möglich sein könnte. Aber nein. Kreide, Weihrauch nebst Kohle, ein Segensaufkleber für die Tür und ein Brief; damit waren die Sternis am 6. Januar trotzdem präsent. Liebe Sternis, euer Singen und eure Fröhlichkeit haben uns in diesem Jahr zwar gefehlt und doch habt ihr mit eurem Päckle Solidarität und Hoffnung für die vielen Kinder in der Ukraine und weltweit vermittelt. Danke, dass es Euch gibt.
Maria Wolf
Über die Weihnachsttage werden verschiedene Kirchtürme in Ulm illuminiert. Einer davon ist der Campanile von St. Josef in Jungingen.
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